weihnacht


Weihe Nächte, rauhe Nächte, lichte Nächte...

hin zum Neuen Jahr!

 

Die Kutschfahrt

Die Glöckchen am Schlitten bimmeln, dass es eine Freude ist, und die Kufen sausen nur so über den hartgefrorenen, glitzernden Schnee. Dick eingemummelt in den flauschigen Kaninchenfellumhang mit der warmen Kapuze friere ich nicht. Der Fahrwind bringt Schneeflöckchen mit sich, die mich an der Nase kitzeln.

Welch ein Anblick, an den dick verschneiten Tannen vorbeizusausen, zu sehen, wie sich mit einem Mal am Waldrand die Landschaft weitet. Ich erblicke Lichter vor uns im Tal. - Glockenklang von fern! Dann kommen die Zwiebeltürme näher. Goldglänzend leuchteten die Kuppeln der Türme im Mondlicht. Und, als wir vor der Kirche eine Kehre fahren, um vor der Tür anzuhalten, hören wir aus dem Inneren den dunklen, samtigen Gesang der Mönche.

Schnaubend kommen die Pferde zum Halt. Da nimmst du meine Hand und siehst mir in die Augen. Dein Atem dampft und duftet nach Anis.

Über allem funkeln die Sterne in der Nacht. Wolkenbänke segeln schweigend auf den Himmeln. Und mein Traum gibt mir Halt.

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Tannengrün und Zimtsterne

und über allem so eine vage

Hoffnung

wider alle angelebten Zweifel

dass doch ein Wunder geschähe

zur Nacht

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Dezemberstimmung

Väterchen Frost reitet auf einer Wolke

Über die Nachtstadt streut er

Eiskristall und Schneewehen

In seinem Bart hockt ein Elf

Und zittert mitten im Silberhaar

Am Horizont glüht sich der Morgen ein:

Wintersonnwendleuchtelicht

Auf spiegelnden Wegen

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Plätzchen backen

Ich wollte Plätzchen backen

und nun sitze ich berauscht
von inneren Wintermelodien
mitten in Rosenmehl und Zimtpulver

Die Mandeln und die Rosinen
zappeln bereits mit Haut und Stängelchen,
und der Herd seufzt schon vor Ungeduld

Aber ich -

ich seh’ den Schneeflocken zu,
wie sie in mir tanzen
einfach so

ziellos und genüsslich
Zeit verloren
gleite ich in den Abend


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Zwischen den Jahren
spannt sich das Zeitsegel
über den Winden der Welt
und verhalten
tönen die Glocken

Weihrauchwolken ziehen
über die nächtlichen Himmel
Der Mond wiegt sich im Dunkelblau
und mein Herz schlägt
milder

an die Tür der Ewigkeit.

WINTERGEDANKE zu Silvester/Neujahr:

 

Das Jahr ist neu

die Zeit ist alt

die Himmel sind weit

 

Und wo

und wie

bin ich

Mensch?

 


 

Alle Texte auf dieser Seite (c) Barbara BaLo* Lorenz